Archiv des Autor: Marina Naprushkina

Sommerschule 2022 im Strandbad Tegelsee/Zentrum für Kultur und Erholung

In den Berliner Sommerferien gibt es wieder eine Sommerschule im Strandbad Tegelsee. Wie letztes Jahr wollen wir zusammen malen, weben, drucken, fotografieren, schwimmen, Gedichte schreiben, mit Ton arbeiten, draußen sein, picknicken und Spaß haben.

Das Angebot richtet sich an Kinder ab 6 Jahre (ab 3 Jahren in Begleitung eines Elternteils) aus Familien mit einem Fluchthintergrund.

Die Sommerschule wird durchgeführt von Künstler*innen und angehenden Pädagog*innen aus dem Studio der Neuen Nachbarschaft / Moabit.

Termine: In den Sommerferien vom 14. Juli bis 14. August jeweils donnerstags -sonntags, 11-17 Uhr.

Am 14. August wird es eine Ausstellung zum Abschluss geben.

Die Sommerschule ist kostenfrei, Anmeldung bitte über info@neuenachbarschaft.de.

Dieses Angebot wird unterstützt durch Ingeborg und Eberhard Beckherrn Stiftung

Calling Justice / Diskussion / Fr. 27. Mai 2022

Calling Justice

Freitag, 27. Mai 2022 von 19.00 bis 20.30 Uhr
Neue Nachbarschaft/Moabit, Beusselstrasse 44, 10553 Berlin

Round Table & Diskussion mit Anfangs-Inputs von Zuzanna Hertzberg, Jelena Jeremejewa und Valeria Schiller
Moderation: Agnieszka Kilian

(for English see below)

Bild: Kateryna Allinyk, Politisch-medizinische Fantasie über Luhansk

Die Veranstaltung setzt die Inhalte des Workshops „Calling Justice“ fort, welcher im April 2022 von  Agnieszka Kilian organisiert wurde unter Teilnahme von Zuzanna Hertzberg, Jelena Jeremejewa, Marina Naprushkina, Anna Schapiro.

Wenn man die öffentliche Debatte um den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine beobachtet, kann man Unterschiede zwischen den sogenannten westlichen und östlichen Perspektiven feststellen: Auf der einen Seite gibt es Positionen, die pazifistische Forderungen formulieren, Bedenken äußern, Kriegspartei zu werden und Ängste vor einer weiteren Eskalation.

Die andere Seite kritisiert die Allgemeingültigkeit solcher Parolen, die die Kriegsrealität nicht abbilden, sowie die „westliche“ und „koloniale“ Haltung.

Ist der ukrainische Kampf im Lichte des Nationalismus zu sehen? Wie kann man Freiheitswünsche artikulieren, ohne vom nationalistischen Paradigma «entführt» zu werden? Welche Rolle spielen dabei historische Narrative und Argumente des Faschismus? Eva Illouz wies vor kurzem darauf hin, dass Nazis zwischenzeitlich zu Avataren im Rollenspiel geworden sind.

Mit diesem Round Table Calling Justice wollen wir die verbale und visuelle Sprache analysieren, der sich die öffentliche Diskussion bedient, um dann gemeinsam ein mögliches Gegennarrativ zu diskutieren. Wir glauben, dass auch die Form das Verständnis von Positionen beeinflusst. Ausgehend von den Beiträgen von Zuzanna Hertzberg, Jelena Jeremejewa und Valeria Schiller hoffen wir, einen Raum der alternativen Strategien und besseren Verständnisses zu schaffen.

Zuzanna Hertzberg: 
Interdisziplinäre Künstlerin, Aktivistin und Forscherin. Ihre Kunst umfasst Malerei, Performance, Textilien und Assemblage. Sie arbeitet mit der Verflechtung von individueller und kollektiver Erinnerung, sowie Mechanismen der Aneignung und Rückgabe von Minderheitenerbe, insbesondere von Frauenerbe, sowie Fragen der Geopolitik und Strategien der Marginalisierung unangenehmer Narrative. Mitbegründerin des Jüdischen Antifaschistischen Blocks, Mitglied der Antifaschistischen Koalition.

Jelena Jeremejewa: Arbeitet als freie Autorin und Regisseurin an der Schnittstelle zwischen Forschung und Kunst. An der Bauhaus-Universität Weimar promovierte sie über die Unsichtbarkeit des Traumas als Individual- und Kollektiverfahrung im zeitgenössischen russischen Dokumentarfilm. In ihren Filmen „Der Ernst des Lebens“ (SWR) und „Irgendwo dazwischen“ (WDR) thematisierte sie Fragen der Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit unter Jugendlichen mit Migrationserfahrung.

Valeria Schiller: Kunsthistorikerin, Kuratorin, Autorin und Herausgeberin. Sie arbeitete als Junior-Kuratorin im Pinchuk Art Centre und ist Mitglied des Kurator*innenteams am Babyn Yar Holocaust Memorial Centre. Seit 2019 unterrichtet sie Kunstgeschichte an der Kyiv Academy of Media Arts. Derzeit ist sie Chefredakteurin des Online-Mediums artslooker.com.

Agnieszka Kilian: Kuratorin und Autorin mit juristischem Hintergrund. Ihre Projekte konzentrieren sich auf Claim Making Prozesse und Gerechtigkeit.Die Veranstaltung findet im Rahmen von “Institutions Extended“ (2019 – 2022) statt. Das Programm „institutions extended“ wird finanziert über den „Netzwerkfonds –Zukunftsinitiative Stadtteil II (ZI II), Programm Sozialer Zusammenhalt“.

 

EN
Calling Justice
Friday, 27th May, from 7:00 till 8:30 p.m.
Neue Nachbarschaft, Beusselstrase 44, 10553 Berlin

19.00 Uhr: round & discussion with contribiutions by Jelena Jeremejewa, Zuzanna Hertzberg and Valeria Schiller
Moderator: Agnieszka Kilian

The event is a continuation of the workshop “Calling Justice” organized in April 2022 by Agnieszka Kilian with the participation of Zuzanna Hertzberg, Yelena Jeremejeva, Marina Naprushkina, Anna Schapiro.

Observing public debate about Russia’s war of aggression against Ukraine, one may spot differences between so-called Western and Eastern perspectives: one side formulates pacifist demands, express concerns about becoming a war party and fear of further escalation.The other criticizes a generality of such slogans, ignorant of war reality, as well the “Western” and “colonial” attitude.

Is the Ukrainian struggle to be seen only in the light of nationalism? How can one articulate desires for freedom and not be ‘hijacked’ by the nationalistic paradigm? What role does play here the arguments made upon historical narrations, and arguments of fascism. As Eva Illouz has pointed recently Nazis became an avatar in the Role playing Game.
With this round table, we want to analyze verbal and visual language present in public debate, and discuss a possible counter-narrative together, since we believe that also a form of making a claim affects understanding of demands. Starting with inputs given by Zuzanna Hertzberg and Jelena Jeremejewa, we hope to create a space for an alternative strategies towards better understanding.

Zuzanna Hertzberg is an interdisciplinary artist, artivist, and researcher. Her art includes painting, performance, textiles, and assemblage. She is interested in the interweaving of individual and collective memory, and in the search for identity in the mechanism of appropriation and restitution of minority heritage, especially women’s heritage, as well as issues of geopolitics and strategies of marginalisation of uncomfortable narratives. She is the co-founder of the Jewish Antifascist Block, a member of the Antifascist Coalition.

Jelena Jeremejewa works as a freelance writer and film director at the interface between research and art. She received her doctorate from Bauhaus University Weimar. In her PhD thesis she focused on the invisibility of trauma as an individual and collective experience in contemporary Russian documentary film. In her films “Der Ernst des Lebens” (SWR) and “Irgendwo dazwischen” (WDR), she addressed issues of educational equity and equal opportunities among young people with migrant experience.

Valeria Schiller is an art historian, curator, author, and editor of texts. She had been working as a Junior Curator of the Pinchuk Art Centre and a Curatorial Team Member at the Babyn Yar Holocaust Memorial Centre. Since 2019 she has been teaching art history at the Kyiv Academy of Media Arts. Currently, she works at the online media about contemporary art artslooker.com as an editor-in-chief.

Agnieszka Kilian is a curator and an author with a juridical background. Her projects focus on the claim making processes and justice.

The event is part of the “institutions extended” program (2019-2022). The “institutions extended” program is financed by Netzwerkfonds –Zukunftsinitiative Stadtteil II (ZI II), Programm Sozialer Zusammenhalt“.

3. Strandbad Tegelsee – Schachturnier / Sonntag, 22. Mai 2022

Liebe Freundinnen und Freunde der SCHACHgruppe,

endlich ist es so weit: Der Winter ist vorbei und wir wollen wieder draußen Schach spielen.
Unser erstes Event des Jahres findet am Sonntag, 22. Mai, im Strandbad Tegelsee statt.

Das Strandbad öffnet um 9.00, die Eintrittspreise sind moderat: 3€/ermäßigt 2€/Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre haben freien Eintritt.

Eine Teilnahmegebühr für das Turnier gibt es nicht.

Beginn 13.00 – Ende ca. 17.00

Bitte kommt etwas früher, damit wir um 13.00 starten können.

Geplant sind 6-7 Runden Schnellschach (15 Minuten) abhängig von der Anzahl der Teilnehmer*innen und unserer Kondition. Die Auslosung erfolgt so, dass möglichst gleich starke Spieler*innen gegeneinander spielen. Auch Kinder und Jugendliche sind willkommen.

Anfahrt: Schwarzer Weg 21, 13505 Berlin.

Das Bad ist mit dem Fahrrad gut von Tegel aus erreichbar. Vom Bus 222 (Haltestelle Spechtstraße) geht man 15-20 Minuten zu Fuß. Und mit dem Auto kann man natürlich auch kommen, die Zufahrt ist nur von Konradshöhe über die Waldkauzstraße möglich. Da viele Navis das nicht finden, schaut euch das bitte vorher am Stadtplan an! Weitere Infos zum Strandbad und seinem Kulturprogramm gibt es hier: http://seeee.de/visit

Eine vorherige Anmeldung ist nicht notwendig, wir freuen uns aber trotzdem darüber. Selbstverständlich dürft ihr die Einladung weiter verbreiten.

Wer in den e-Mail-Verteiler aufgenommen werden will, schreibe einfach eine Mail an: schach.neuenachbarschaft@gmail.com

Wer will kann sich aber auch über unseren Telegram-Kanal informieren lassen. Beitreten könnt ihr über diesen link: https://t.me/SCHACHgruppe (einfach in den Handy-Browser eingeben und zustimmen) Und wie immer gilt: Wer keine Nachrichten mehr über diesen Verteiler bekommen will, teile mir das bitte mit, ich lösche die Adresse dann umgehend.

WASSER ZWISCHEN DEINEN FINGERN / Ausstellungseröffnung / 7. Mai 2022 / Strandbad Tegelsee

WASSER ZWISCHEN DEINEN FINGERN
Ausstellungseröffnung, 7. Mai 2022 / 16 – 21 Uhr

Klasse Nadira Husain / Marina Naprushkina und Nader Ahriman / Flora Klein

Die Ausstellung findet statt im Strandbad Tegelsee / Zentrum für Kultur und Erholung, Schwarzer Weg 21, 13505, Berlin.
Diese Ausstellung ist eine Kollaboration zwischen der Universität der Künste Berlin und der Kunsthochschule Weißensee Berlin.

Dauer der Ausstellung: 8. – 22. Mai
Performances / Screenings / Workshops: 7. / 15. / 22. Mai
täglich geöffnet     12 – 20 Uhr
 
 
Imad Alfil / Fadi AlJabour / Khanom Ayoub / Ben Biller / Pippa Bowyer / Lilli Bronte Falzoi / Luna Carlos Armengod / Anke Dobberstein / Anna Eigner / Till Grafe / Gema Gubianas / Tara Habibzadeh / Phina Hansen / Eileen Helm / Marieke Herbst / Jitae Hwang / Leyla Kampeter /  Nazlı  Karaturna / Kwanghee Ko / Christopher Krause / Nina Kreutz / Robert Timothy Kübler / Vivien Kutschke / Haleen Lee / Jung A Lee / Maria Leibnitz / Laila Mahmoud / Zoe Maurischat / Tara Mianji / Theo Minkner / Elena Mir Fakhraei / Janine Muckermann / Viktoria Neuschwander / Amanda Viktoria Pastwa / loana Pirlea / Vinh Quang Gang / Maya Rabou / Julia Stromski / Devi Sund Rojo / Hannah Tharann / Lili Theilen / Friederike Töppe / Raras Umaratih / Daniela Villalobos Araújo / Shulamith Weis Quinn
 

„From the paramecium to the human race, all life forms are meticulously organized, sophisticated aggregates of evolving microbial life. Far from leaving microorganisms behind on an evolutionary „ladder,“ we are both surrounded by them and composed of them. Having survived in an unbroken line from the beginnings of life, all organisms today are equally evolved.“ Lynn Margulis

Stell dir vor: Du tauchst deine Hand in das klare Wasser des Sees und fährst langsam durch den feuchten, kühlen Sand, beobachtest die sich verändernde Farbe deiner Fingerspitzen. Du fühlst das Wasser, das zwischen deinen einzelnen Fingern tanzt und den aufgewirbelten Sand, der unter deine Fingernägel kriecht. Sand, den du in der S-Bahn auf dem Heimweg mit dem Daumennagel herauskratzt, der kleben bleibt und erst zu Hause unter der warmen Dusche abfällt und daran erinnert, dass du Teil von etwas geworden bist.

Das Strandbad Tegelsee ist neben dem Badebetrieb in der Saison ein Zentrum für Erholung und Kultur. Das Wasserschutzgebiet im grünen Norden Berlins mit seinem Artenreichtum und alten Baumbestand ist eine einzigartige und leicht zugängliche Naturerfahrung für die städtischen Bewohner:innen Berlins. Der Verein Neue Nachbarschaft/Moabit, der den Strand im Sommer 2021 wieder eröffnet, verfolgt dabei einen nachhaltigen Ansatz in Bildungs-, Kultur- und Freizeitaktivitäten, der günstige Eintritt (kostenlos für Kinder und Jugendliche) erlaubt auch Partizipation und Erholung für Menschen aus finanziell benachteiligten Verhältnissen.

In einer Gruppenausstellung kommen Studierende der Kunsthochschule Weißensee (Klasse Nader Ahriman) und der Universität der Künste (Klasse Nadira Husain/Marina Naprushkina) zusammen. Die Beiträge sind eine gemeinsame Übung in Sensibilität, ein kollektives Überlegen und Re-Evaluieren. Ein naturnaher Ort als Institution unter freiem Himmel fordert die Präsentationsformen heraus und öffnet Möglichkeiten, sich fernab der glatten Wände eines White Cubes zu bewegen. Die Phänomene der Symbiose und der biologischen Interaktion stehen im Mittelpunkt ihrer Überlegungen.

Neben der Ausstellung finden an den Wochenenden Performances, Konzerte und Workshops statt, in denen Wissen ausgetauscht und gemeinsam gelernt werden kann. Das Strandbad wird umarmt mit all den Bakterien im Wasser, in unseren Achseln und Armbeugen. Lynn Margulis nennt dies strong mutual co-evolution in sight specificities.

 

PROGRAMM:

Samstag, 07.05.22, 16 – 21 Uhr

– 16h: Reading with the poet Lütfiye Güzel

– 17h: Performative walk-trough the exhibition

– 19h: Concerts with Nazli, Christian/Mona and Enzo

– 16h – 21h: Lili Falzoi «fatti sentire», interactive performance

 

Sonntag, 15.05.22, 14h – 18 Uhr

– 14h: Anna Eigner and Flora Schliekmann, «Fingerspitzengefühl» a workshop for children to create a 5-senses collection with materials from the environment

– 15h: Phina Hansen «Finding Trees», a performative interaction with trees

– 16h: Anna Eigner, Tara Mianji and Phina Hansen, «Schnitzeljagd», for both adults and kids, an artwork waits for the winners

– 17h: Filmscreenings at the Bootshalle

 

Sonntag, 22.05.22, Finissage 15h – 18 Uhr

– 15h: Publication presentation

– 16h: Lecture with Roland Sookias, biologist

– 17h: Community Buffet, everyone brings something

– 15h – 18h: Lili Falzoi «fatti sentire», interactive performance

 

Ukrainische Depesche – Solidarität als kulturelle Praxis in Kriegszeiten / 14. März um 18 Uhr / CCA Berlin

bbk berlin, CCA Berlin und Neue Nachbarschaft/Moabit laden zur Podiumsdiskussion „Ukrainische Depesche – Solidarität als kulturelle Praxis in Kriegszeiten“ ein.

Wann: Montag, 14.3.2022, 18 Uhr

Wo: CCA Berlin – Center for Contemporary Arts, Kurfürstenstraße 145, 10785 Berlin

Online: Interessierte können auch im Livestream folgen: YouTube-Kanal des bbk berlin

Nichts ist mehr so, wie es vor dem 24. Februar 2022 war, seitdem die russische Armee unter der Führung von Wladimir Putin die Invasion der Ukraine begann. In den letzten zwei Wochen wurden wir Zeug*innen des kontinuierlichen Beschusses ziviler Ziele, darunter Krankenhäuser und Museen. Viele Menschen sind dabei ums Leben gekommen. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieser Einladung ist die Zahl der Geflüchteten auf über zwei Millionen gestiegen. Die umfassenden Auswirkungen dieses Krieges sind noch unklar, aber die Notwendigkeit, den Betroffenen unsere Solidarität zu erweisen ist eindeutig.

Vor diesem Hintergrund fordern wir: Lasst uns denjenigen zuhören, die direkt betroffen sind. Auch im Hinblick darauf, was die Kulturszene und die Kunstwelt über symbolische Gesten hinaus tun können – was kann getan werden, um Leben zu retten und unmittelbare Hilfe zu leisten, aber auch um den kulturellen und zivilgesellschaftlichen Sektor jenseits des üblichen institutionellen Krisenvoyeurismus zu unterstützen?

Wir möchten auch der Frage nachgehen, was schief gelaufen ist, vor allem, aber nicht nur in Deutschland: Wie konnte es möglich sein, dass die Kunstwelt so lange wegschaute während dubiose Geldgeber*innen und „Partner*innen“ – von Putin-nahen Oligarchen, die Kunststiftungen betreiben bis hin zu Putin selbst, der offizieller Schirmherr einer Wanderausstellung namens „Diversity United“ wurde, die maßgeblich vom deutschen Außenministerium finanziert wurde? Und was ist mit der sogenannten „Kunsthalle Berlin“, die im ehemaligen Flughafen Tempelhof eingerichtet wurde, finanziert durch ein Gazprom- und Nord-Stream-2-Netzwerk, welches von den politischen Funktionsträger*innen Berlins sowie des deutschen Staats geduldet, wenn nicht sogar aktiv gefördert wurde?

Können wir die Ressourcen, die für die kulturelle Dekoration Deutschlands fehlgeleiteter fossiler Energiegeschäfte verschwendet wurden, an diejenigen umleiten, die sie jetzt wirklich brauchen – nämlich Künstler*innen und Kulturschaffende aus und in der Ukraine, aber auch oppositionelle Stimmen, die bereits aus Russland und Belarus ins Exil gegangen sind oder noch gehen werden?

Wie können wir dazu beitragen, nachhaltige Unterstützung für diejenigen zu schaffen, die jetzt fliehen, aber auch für kulturelle Infrastrukturen, die jetzt in Trümmern liegen? Und wie können wir diskriminierenden, rassistischen Tendenzen entgegenwirken, sowohl in der Art und Weise, wie Geflüchtete – insbesondere Schwarze Menschen und People of Color – derzeit behandelt werden, als auch einer wachsenden Russophobie, die sich nicht zuletzt tragischerweise gegen diejenigen richtet, die aus dem Land fliehen, weil sie es wagten, einen Dissidenten-Standpunkt zu vertreten und nun verfolgt werden? Wie können wir gemeinsam solidarisch handeln, statt Hilfsbemühungen durch konditionierte Reflexe zu ersetzen und uns durch ausgrenzende Formen der Empathie spalten zu lassen?

Podiumsteilnehmer*innen / Redner*innen:

–Vasyl Cherepanyn (Leiter des Visual Culture Research Center (VCRC, Kyiv)
–Lada Nakonechna (Künstlerin)
–Marina Naprushkina (Künstlerin, Gründerin Neue Nachbarschaft/ Moabit)
–Hito Steyerl (Künstlerin)
–Clemens von Wedemeyer (Künstler)

Moderation:
–Jörg Heiser (Kunstkritiker und Kurator, Universität der Künste Berlin)

Das Podium findet in englischer Sprache statt.

Wir möchten die Arbeit von Each One Teach One (EOTO) e.V., einem gemeindebasierten Bildungs- und Empowermentprojekt in Berlin, unterstützen und sammeln vor Ort Spenden, um ihre Arbeit aktiv zu unterstützen.

Ініціатива «Нове сусідство/Моабiт» / Hаша програма

Ініціатива «Нове сусідство/Моабит»
Hаша адреса: Beusselstrasse 44, 10553 Berlin
Це всього три хвилини пішки ходьби від станції електрички (S-Bahn) Beusselstrasse (S42, S41) або 10 хвилин пішки від станції метро (U-Bahn) Turmstrasse (U9), автобус 106 (S Beusselstraße).
Ми соціальна організація. До нас приїжджають сусіди з усього світу, щоб вивчати мови, спілкуватися, обмінюватися знаннями, дружити, шукати політичну та культурну діяльність.
Всі наші послуги абсолютно безкоштовні. Дітей можна брати з собою на всі заняття.
Hаша програма:
Понеділок
18.00-19.30
Курс німецької мови для всіх рівнів
19.30-21.00
урок танців Swing
Вівто́рок
18.00-19.30
Курс німецької мови для всіх рівнів
19.45-20.30
Йога
П’ятниця
10.30-12.00
Shereos: Жіноча група: вчимо мову та інше
Субота
14.00-18.00
Студія: мистецтво, музика, література для дорослих і дітей. Професійні художники i початківці працюють разом.
Кожну другу середу безкоштовні юридичні консультації.
Контакти:
@neuenachbarschaft_moabit

Stoppt den Krieg! Frieden für die Ukraine

Liebe Freund*innen,
setzt euch für den Frieden in der Ukraine und in Europa ein, schließt euch den Kundgebungen an, die in Berlin stattfinden und zeigt eure Unterstützung den Menschen, deren Familien und Bekannte betroffen sind.
Die Grenzen der Länder der Europäischen Union sollen offen bleiben für die Geflüchteten!
Frieden für die Ukraine!
Bündnis-Aktion: Stoppt den Krieg! Frieden für die Ukraine und ganz Europa
Breites Bündnis demonstriert mit einer Kundgebung in Berlin für ein Europa der Abrüstung, der Entspannung und Verständigung

Ablauf am 27. Februar 2022:

  • 13 – 15 Uhr Kundgebung an der Siegessäule auf der Straße des 17. Juni
  • Programm mit Redner*innen wird auf https://www.campact.de/ veröffentlicht

Mit einer großen Kundgebung an der Siegessäule am kommenden Sonntag, den 27. Februar, tritt ein breites Bündnis der Zivilgesellschaft gemeinsam dafür ein, den Frieden in Europa wieder herzustellen. „Inmitten Europas herrscht Krieg – direkt in unserer Nachbarschaft. Wir fordern die russische Regierung auf, sofort alle Angriffe einzustellen, sich aus der Ukraine zurückzuziehen und deren territoriale Integrität wieder herzustellen“, heißt es im gemeinsamen Aufruf des Bündnisses. Die Organisationen sprechen sich gemeinsam für ein Europa der Abrüstung, der Entspannung und der Verständigung aus – das schließt Waffenlieferungen an die Ukraine klar aus.

mehr dazu

don’t be afraid, your little light, lulla, bubbles, all the night… / live performance and exhibition in virtual space

28.-30.01.2022: open virtual space and virtual exhibition
„Playground Hub“: https://hub.link/jCivevZ
Sonntag, 30.01.2022 / 6 p.m.: live performance/concert for oud, voice and live electronics. Hybrid event online and onsite at Neue Nachbarschaft/Moabit, Beusselstraße 44, 10553 Berlin.
Die Veranstaltung findet im Rahmen der transmediale statt.

 

Music seems to be a language that does not need to be learned, but that is understood intuitively and provides a way of communicating across linguistic and cultural boundaries. However, the dissemination of music and sound is in many cases subject to the rules of the music industry and Western music theory. Music from non-Western contexts is often called “world music”, classified as „exotic“, misunderstood, and marginalized. It becomes subaltern culture in the sense of Antonio Gramsci: music gets excluded from the cultural hegemony of the „West“; its independence is denied in the (neo-)colonial context.

 

Through the Internet, music can be distributed more widely than ever before. But streaming services and music platforms controlled by algorithms carry the danger that our musical horizons will only expand as much as determined by the artificial intelligence behind them.
While emotional experience makes up a large part of musical understanding, emotions are not measurable for artificial intelligences and are thus difficult to process. Humans can react to unknown sounds with openness and curiosity, but for AI this is not possible: it sorts, classifies, groups by hook or crook: sometimes with bizarre, sheer absurd results. Neue Nachbarschaft Moabit e.V. takes a close look at the aberrations of technology and makes them spatially tangible. We open up a digital universe in which there is room for sounds and images, for speechless communication, for visual and emotional experience, and for exchange across visible and invisible borders. In particular, we are been focusing on lullabies and children’s game songs, a kind of music that is so close to heart and most connected to childhood.
We take the migration of music as an occasion to reflect on emotional experiences of border crossings or flight, to explore our communication possibilities and to question the secret rules of the internet. Can we not use the shortcomings of this „artificial stupidity“ to our advantage?
We warmly invite you to join us in listening, experiencing, shifting horizons and subverting the standardization of sounds.

 

A production of Neue Nachbarschaft/Moabit  und Moabit Mountain College.
Concept: Cam-Anh Luong, Edoardo Micheli, Marina Naprushkina, Cristina Viegas, Nicola Schüschke. VR artist: Cam-Anh Luong. Sound design and live electronics: Edoardo Micheli. Texts: Nicola Schüschke. Visual works by Zainab, Ajschat, Diana, Khadischat, Abdul-Malik, Dưa Nguyễn, Fina, Liv.
With Fatih Ermete: oud, Mimi Mitina: voice

Unser Jahresüberblick 2021

Liebe Freund*innen,
das Jahr 2021 war für uns durch zwei große Ereignisse geprägt:
Die Eröffnung des Strandbades Tegelsee/Zentrum für Kultur und Erholung und der Umzug unserer Initiativräume in neue Räume in der Beusselstraße 44 in Moabit.
Im Jahr 2021 haben wir unter anderem kooperiert mit: Internationales Literaturfestival Berlin, der Staats- und Domchor Berlin, Singakademie zu Berlin, Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart. Wir haben studentische Projekte mit der Universität Kassel und der Humboldt-Universität zu Berlin realisiert.
Trotz nicht immer ganz leichter Rahmenbedingungen haben wir wieder viel Neues angestoßen und unsere bewährten Formate fortgeführt.
Wir bedanken uns bei allen, die uns unterstützen und freuen uns auf das kommende Jahr mit euch!
Hier unser Rückblick 2021 in Bildern:

Dreharbeiten ROSA KOLLEKTIV in der Neuen Nachbarschaft/Moabit,
Dezember 2020 – März 2021. Im Auftrag der Rosa Luxemburg Stiftung und der Volksbühne Berlin. Alle Folgen HIER

Umbauarbeiten im Strandbad Tegelsee, Januar – Juni 2021
Studierende der Humboldt-Universität zu Berlin und Yevgenia Belorusets, Arbeit an dem Projekt „Rechtfertigung der Spaziergänge“, Februar –  April 2021, Foto: Elisabeth Bauer
Rechtfertigung der Spaziergänge. Ein bildtextliches Laboratorium, Studierende der Humboldt-Universität zu Berlin, das Institut für Slawistik und Hungarologie, kuratiert von Yevgenia Belorusets, April 2021
Volny Chor Belarus / Вольны хор, Juli 2021, Strandbad Tegelsee, Foto: Vitali Alekseenok
Sommerschule der Neuen Nachbarschaft/Moabit im Strandbad Tegelsee, Juli 2021. Unterstützt durch Eberhard Beckherrn Stiftung.
Strandbades Tegelsee/Zentrum für Kultur und Erholung, Badesaison 2021
Strandburgtheater, Gastspiel – DAS GERÄUSCH VON DOSEN UND EIMERN, Aktionstheater mit dem Sabotage Theater Collective, Juli 2021
Inner-Meditative Sit-In Performance von Alexej Talstou,  August 2021
DAS INTERNATIONALE LITERATURFESTIVAL BERLIN ZU GAST IM STRANDBAD, DER GELBE VOGEL, DER KEIN HAUS HATTE
Bayan Zoualghina, Amassia Ali Khan und die Kurrende des Staats- und Domchors Berlin, September 2021
DAS INTERNATIONALE LITERATURFESTIVAL BERLIN ZU GAST IM STRANDBAD

DIE REVOLUTION HAT EIN WEIBLICHES GESICHT, Lesung und Gespräch mit Olga Shparaga, Moderation Marina Rackley, September 2021

DER SCHMETTERLINGSBUS! / حافلةالفراشة! Eine Magic Bus Tour für alle Gestrandeten.
Mit dem Strandburgtheater-Ensemble. Regie: Christian Filips
September 2021, Foto: Ludwig-Nikulski
DER SCHMETTERLINGSBUS! / حافلةالفراشة! Eine Magic Bus Tour für alle Gestrandeten.
Es spielt: Pesto
September 2021, Foto: Ludwig-Nikulski
Installation und literarische Intervention der WIESE / مرج (das literarische Kollektiv der Neuen Nachbarschaft Moabit / Moabit Mountain College) in der Ausstellung „Von der Sprache aus. Joseph Beuys zum 100. Geburtstag“ | Hamburger Bahnhof, Juni – September 2021
Studio in den neuen Räumen der Initiative in der Beusselstraße 44 in Moabit, November 2021
Musikunterricht in den neuen Räumen der Initiative in der Beusselstraße 44 in Moabit, November 2021
Wo sind die Grenzen? Poster, Ausstellung, Diskussionsplattform. 
Kuratorin Agnieszka Kilian gibt dem rbb ein Interview, November 2021
Bescherung für Kinder, Neue Nachbarschaft/Moabit, Dezember 2021

Futuring Migration / online Exhibition Opening and Discussion / 18.12.2021, 18:00

Futuring Migration
online Exhibition Opening and Discussion, Saturday 18th at 6pm
We kindly invite to the online opening and a following discussion „Agency of Images“ with Vonne Hemels (writer and activist), Andrea Průchová Hrůzová (academic researcher) and Karolina Gembara (photographer and researcher). The discussion will be moderated by Agnieszka Kilian (curator, author and researcher).

The Exhibition takes place on the windows at Neue Nachbarschaft/Moabit, Beusselstraße 44, 10553 Berlin

zoom:

https://us06web.zoom.us/j/84561181764?pwd=ckJLZ1VDWGN3d1hXL0J0VU8vWjVtQT09
Meeting-ID: 845 6118 1764
Kenncode: 456862

Futuring Migration / Anterior – τώρα – Futures traces lines of resistance along south-eastern European Borders sketching the impact of fortress europe on travellers in art. Gestures of rebellion and empowerment are interspersed with the virtual-real, the topographies of fictions; nations and dreams/nightmares. Between 2019-2021 the island of Lesbos saw convulsing transformations from prison island to NGO cash cow to facist mekka, perhaps reflecting an image from the future where carceral processes define whose dreams are set in stone and whose will shatter along the banks of Skala Sikamneas, sinking slow and disappearing.
We present our project in a disjointed EqUilibrium- the artists still housed in container boxes, the organizers at home on Zoom, the pieces on a Berlin window.
What can we topple? Who can bear the ambivalence?

Futuring Migration – This exhibition is the result of a series of workshops and interventions on Lesbos made between 2019-2021. In a series of participative Workshops, migrant artists (and those aspiring to be) produced the following works in conjunction with our catalyzers Randa Mirza (Lebanon), Riccardo Clementi (Italy), Dr. Nagehan Uskan (Turkey), Jalal Baloch (Pakistan), Costas Vlakos (Greece). We organized the latter in a horizontal and self-reflective manner virtually and on Lesvos itself. Haunted by the virus; the border-industrial complex itself, this intervention, was not without its challenges.

Agency of Images / Discussion
with Vonne Hemels, Andrea Průchová Hrůzová and Karolina Gembara, moderated by Agnieszka Kilian
The discussion tackles  a question of visual strategies on migration. Vonna Helmes established a small cross-cultural printing house where locals and migrants in Lesbos could work together on the  shared experiences of marginalization. Using a risograph printer they intended to offer a space where the stories might be re- told. These collaborative participatory creation processes, based on self-representation  become a starting point for further investigation.  What are the main visual strategies documenting migration or politics of representations?  What images of migration are we exposed to and what do these images produce? The current humanitarian crises on the Belarusian-Polish border led us to ask those questions on agency of images again: what kind of images are able to mobilize for political action, and what kind produce rather the distance and passivity?

Vonne Hemels is a writer and activist. She is the founder of Boom Boom Tales, an NGO working on storytelling workshops and self-organized small-scale publishing, with a focus on migration and environmental issues. She is currently based in the Italian Alps, close to the border with France.

Karolina Gembara is photographer and researcher, member of Sputnik Photos and the Archive of Public Protests. She writes about the effect of photos, their repressive and emancipatory potential, political performance and visual protest. Her artistic practice focuses on participatory activities with refugees in Poland. She teaches photography, visual activism and artistic collaboration.

Andrea Průchová Hrůzová is a researcher and university lecturer. She collaborates with the Czech Academy of Sciences, Charles University and the Institute for the Study of Totalitarian Regimes. In her work, she explores the intersections of visual culture and memory studies and follows the issue of representation of marginalized groups. She has published on visual representation of migrants in the Central European media in European Journal of Cultural Studies (2020). She is a co-author of the artistic book We Have Never Been Earth (VSW Press, 2019). Andrea has translated Berger’s Ways of Seeing and co-translated Mitchell’s Picture Theory and Mirzoeff’s How to See the World to Czech.

Agnieszka Kilian is a curator, author and researcher with a background in law. She initiates and curates projects aimed at the increasing role of art in addressing current challenges. Projects she curated and co-curated: „Controlled Image“ (Mamuta Art Center Jerusalem 2010), “Dreams&Dramas. Law as Literature” (nGbK Berlin 2017), “We,the People” (Central Slovakian Gallery 2018), “Calling Justice” (Pawilon/Arsenal Gallery, Poznan 2019).

 

Futuring Migration
18. December 2021 – 21 January 2022
Neue Nachbarschaft/Moabit, Beusselstraße 44, 10553 Berlin

supported by Allianz Kulturstiftung
In Kooperation mit der Allianz Kulturstiftung