Aktuelles

Mein erstes Fotoalbum (Spendenaufruf)

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Die Initiative „Neue Nachbarschaft“ unterstützt Flüchtlinge aus den Notunterkünften in Berlin/Moabit. Fast täglich betreuen wir zahlreiche Kinder, malen, basteln, unternehmengemeinsame Ausflüge. Dabei entstehen viele enge Bindungen, doch immer wieder müssen wir uns auch voneinander trennen, da Familien abgeschoben werden. Deshalb würden wir gerne jedem Kind ein Fotoalbum schenken, in dem es seine Zeit in Berlin – seine Freunde, Schulkameraden, Familie, Geschwister und Nachbarschaft – festhalten kann. Für die meisten Kinder wird dies das erste eigene Fotoalbum sein.

Wenn Sie helfen wollen, können Sie das auf unserer Projektseite bei Betterplace.
Vielen Dank!

So schön kann Nachbarschaft sein

Seit Januar ist die Neue Nachbarschaft in ihren neuen Räumlichkeiten aktiv. In dieser Zeit ist die Initiative deutlich angewachsen, so dass wir nun neben unserem regulären Programm (Sprachkurse, Kinderbetreuung, Kinderkino und Sport) auch immer individuellere Betreuung übernehmen können, um die Bewohner des Flüchtlingsheims in das Moabiter Leben zu integrieren:

Kritik an privaten Heimbetreibern wächst

Liebe Freunde,

während die Neue Nachbarschaft ihre soziale Arbeit mit den Bewohnern der Levetzowstraße außerhalb des Heims fortsetzt, häufen sich im Abgeordnetenhaus die Stimmen, welche die Verhältnisse bei den miteinander verbandelten privaten Betreiberfirmen Gierso GmbH und PeWoBe GmbH scharf kritisieren. Dies ist zum Teil auch auf die Anstrengungen unserer Initiative zurückzuführen, die unter anderem ein Treffen zwischen Bewohnern und Politik im Berliner Abgeordnetenhaus, als auch eine unangemeldete Heimprüfung durch Abgeordnete organisierte.

Da sich dabei die von unserer Initiative geschilderten Missstände bestätigten, haben die Berliner Oppositionsparteien einen gemeinsamen Offenen Brief an das Landesamt für Gesundheit und Soziales verfasst, in dem sowohl die Behörde, als auch die privaten Betreiberfirmen aufgerufen werden, ihren Verpflichtungen nachzukommen. Außerdem forderten Abgeordnete die Rückkehr der vom Gierso/PeWobe-Konzern geschassten Solidaritätsinitiativen in die Heime:

Darüber hinaus liegen uns weitere konkrete Hinweise über Unregelmäßigkeiten in den Beziehungen zwischen Land und privaten Betreiberfirmen vor, die wir bereits dem Landesrechnungshof übergeben haben.

Wir bedanken uns für die Unterstützung durch zahlreiche Freiwillige und die Bevölkerung in Moabit! Wer mithelfen möchte, findet unsere eMailadresse auf der Kontaktseite. Wer dafür zur Zeit keine Zeit hat, kann unsere Arbeit gerne auf Facebook verfolgen.

Bis zum nächsten Post!

Neue Nachbarschaft jetzt auch in Facebook

Liebe Freunde der Initiative und Interessierte,

Wir sind seit heute auch auf Facebook präsent, um neue Freiwillige zu gewinnen und zeitnah über aktuelle Ereignisse zu informieren:

https://www.facebook.com/neuenachbarschaftmoabit

Wir freuen uns besonders, wenn Ihr möglicherweise interessierte Facebook-Freunde auf die Seite einladet (das kann man in der rechten Spalte oben) und die Seite mit euren Freunden teilt (z.B. über das „Zahnrad“ oben rechts).

Vielen Dank!

Helfer*innen gesucht

Liebe Freunde!

die freie Initiative „Neue Nachbarschaft // Moabit“ sucht noch Helfer*innen!

Wir unterstützen Kinder und Erwachsene aus dem Asylbewerberheim in Moabit. Wir organisieren Sprachkurse, Nachhilfe für Kinder, Kinderkino, Sport und Ausflüge für Kinder.

Ihr müsst keine besonderen Vorkenntnisse mitbringen. Hauptsache ihr habt Lust, mitzumachen und seid bereit eure Zeit mit uns und mit den Menschen aus dem Heim zu teilen. Es ist keine einseitige „Hilfe“, sondern ein beidseitiger Austausch.

Mehr Informationen zu unserem Programm findet ihr hier.

Bei Interesse schreibt uns an: neuenachbarschaft@gmail.com oder kommt einfach vorbei zu einer der Veranstaltungen.

Wir freuen uns auf neue Helfer!

Deutschlehrer gesucht

Die Freiwilligeninitiative
deutsch„Neue Nachbarschaft / Moabit“
sucht Deutschlehrer!

Seit dem Herbst 2013 organisieren wir Deutschlerngruppen für Flüchtlinge. Wir suchen noch Freiwillige, die einmal pro Woche die Grundlagen der deutschen Sprache lehren wollen. Für die Vorbereitung und Durchführung sind vor allem Motivation und Einsatzbereitschaft gefragt.
Die Kurse finden mittwochs, donnerstags und freitags von 18:00 bis 19:30 Uhr in der Jagowstraße (Moabit, U Turmstr.) statt.

Wenn du mitmachen möchtest und/oder mehr Informationen wünschst, kontaktiere uns!

 

Situation in den Notunterkünften beschäftigt das Abgeordnetenhaus

30.1. – Die Fraktionen der Linken und der Piraten haben im Abgeordnetenhaus das Organisationsversagen des LAGeSo und die mangelhafte Kontrolle privater Heimanbieter auf die Tagesordnung gesetzt, und einen Heim-TÜV vorgeschlagen, der jetzt im Sozialausschuss diskutiert wird.

Oliver Höfinghoff (Abgeordneter der Piraten) dazu in seiner Rede: „Die Zustände in manchen Berliner Flüchtlingsunterkünften sind einfach unhaltbar. Als besonders schlecht müssen hier – ich möchte sie mal namentlich erwähnen – die Motardstraße und die Levetzowstraße hervorgehoben werden, die unserer Meinung nach sofort geschlossen gehören. Zudem gibt es überfüllte Heime, Notunterkünfte mit Substandards, Heime, in denen Bewohnerinnen durch rassistische Übergriffe gefährdet sind, und so weiter und so fort. Sozialsenator Czaja interessiert sich bekanntlich nicht sonderlich für die Zustände in den Flüchtlingsunterkünften. Am liebsten gibt er das ungeliebte Thema an seinen Sozialstaatssekretär ab, und alternativ herrscht eben Schweigen im Walde. Wir haben schon lange genug von der unzureichenden Informationspolitik des Senats zur Situation in den Flüchtlingsunterkünften. Parlamentarische Anfragen werden so ausweichend wie möglich beantwortet, gerade so spitzfindig, dass man es nicht als glatte Lüge bezeichnen kann.

Meine Fraktion war in zahlreichen Unterkünften und hat Einsicht in die Betreiberverträge zu einzelnen Unterkünften genommen. Darin haben wir erschreckende Dinge sehen und lesen müssen. Die Mindeststandards werden vielerorts nicht umgesetzt, denn das für die Unterbringung zuständige Landesamt für Gesundheit und Soziales ist heillos überfordert. Die Behörde ist unterfinanziert, unterbesetzt für die Aufgabe, die sie derzeit zu bewältigen hat. Es werden Heime ohne schriftliche Verträge belegt, wodurch der Senat sich in Abhängigkeit von privaten Betreiberfirmen begibt, denen zusätzliche Gewinne ermöglicht werden, wenn sie bei den Standards auf Kosten der Flüchtlinge sparen. Die Einhaltung der Mindeststandards wird durch das LAGeSo einfach nicht kontrolliert, durchgesetzt oder sanktioniert, was notwendig gewesen wäre. Es fanden in der Vergangenheit keine Prüfungen vor Ort statt – keine! Für die Betreiber bestand kein Anreiz, sich an die verpflichtenden Mindeststandards zu halten.
 
Das Land sucht sich als Geschäftspartner ohne jegliche Ausschreibung oftmals windige private Betreiberfirmen aus, die fett im Unterbringungsgeschäft von Senioren und Obdachlosen und Flüchtlingen aktiv sind und daraus dicke Profite erzielen. Diese Betreiber sind resistent gegen Kritik, schmeißen kritische Initiativen aus ihren Unterkünften raus und versuchen, Kritikerinnen und Kritiker wie den Flüchtlingsrat mit juristischen Mitteln mundtot zu machen. Das hatten wir gerade erst. Die existierenden Mindeststandards sind unzureichend und bleiben an vielen Stellen äußerst unkonkret. Wir wollen sie konkretisieren und einen höheren Standard in Berlin erreichen. Dazu haben wir heute diesen Antrag eingebracht. Wir wollen mehr Wohnfläche für die Bewohnerinnen und Bewohner, mehr Personal für die Beratung und die Betreuung der Heimbewohnerinnen und die Etablierung von Heimbeiräten, damit die Bewohnerinnen und Bewohner künftig auch ein Wort mitzureden haben, denn bislang werden sie überhaupt nicht gefragt.
 
Wir wollen außerdem eine effektive Kontrolle der Berliner Flüchtlingsunterkünfte. Das Bundesland Sachsen, wie eben schon angesprochen, hat gute Erfahrungen mit der Einrichtung des Heim-TÜVs gemacht. Diese Stelle kontrolliert die Flüchtlingsunterkünfte nach einem transparenten, vergleichbaren Prüfverfahren und veröffentlicht die Ergebnisse abschließend. Genau das wollen wir in Berlin auch! Wir fordern den Senat außerdem auf, sich für eine bundesgesetzliche Verankerung von Mindeststandards auf höherem Niveau bei der Unterbringung von Asylsuchenden einzusetzen. Die Zustände im schwarz regierten Bayern und im grünrot regierten Baden-Württemberg finden wir ebenfalls skandalös. Vielleicht mag sich Sozialsenator Czaja abschließend noch zu dem Komplex äußern. Das Recht dazu hätten Sie ja. Ich würde das Pult jetzt jedenfalls freimachen. – Danke schön!“

Links zu den Anträgen:

Sprachkurse, Kinderkino, …

und weitere Betreuungsangebote für die Bewohner der Levetzowstraße – die Freiwilligen der Nachbarschaftsinitiative „Neue Nachbarschaft“ setzen trotz der Blockadehaltung der privaten Betreiberfirma Gierso GmbH ihr Programm fort – vorübergehend außerhalb des Heimes. Wer mithelfen möchte, ist willkommen!

Regelmäßiges Angebot:

  • Mi, Do, Fr 18:00-19:30 Deutsch-Stammtisch
  • Sa 17:00-18.30 Kinderkino und Beratungsstunde

Demnächst auch wieder Sportkurse!

Aber auch abgesehen von unserem regelmäßigen Programm hat die Initiative zum Jahresabschluss einiges erreicht:

  • Die Kritikpunkte unseres Offenen Briefs an den Heimbetreiber wurden vom Landesamt unterstützt, und zum Teil behoben. Unter anderem gibt es in der Levetzowstraße jetzt eine neue Küche, 3 zusätzliche Waschmaschinen und 3 zusätzliche Trockner, sowie eine (wenn auch minimale) Kinderbetreuung. Die Toiletten sind zwar immer noch nicht frei zugänglich, alle Bewohner ab 12 Jahren erhielten jedoch einen Toilettenschlüssel (vor unserer Initiative mussten die Flüchtlinge Sicherheitsmänner bitten, wenn sie das WC besuchen wollten)
  • Das Landesamt für Gesundheit und Soziales führt auf unseren Druck hin wieder unangekündigte Heimprüfungen in den Berliner Flüchtlingsunterkünften durch – die entsprechende Stelle im Landesamt war lange Zeit unbesetzt
  • Auf den Druck hin, den wir zusammen mit den Berliner Oppositionsparteien aufbauen konnten, wurde für die Levetzowstraße (und für zahlreiche andere Heime) endlich ein Vertrag abgeschlossen – über 8 Monate zahlte die Stadt Summen in Millionenhöhe an private Betreiberfirmen „per Handschlag„, ohne klare Vorgaben zu machen, welche Leistungen diese erfüllen müssen – letzteres stellte sich nicht zu letzt bei der Akteneinsicht heraus, die unsere Initiative erzwingen konnte. Bei mehreren der betroffenen Heime wurden die Vertragsverhandlungen monatelang ausgesetzt, weil die für Verträge zuständige Angestellte in den Mutterschaftsurlaub ging, und nicht für Ersatz gesorgt wurde – ein sträflicher Verstoß gegen die Berliner Haushaltsordnung. Immerhin stärken die nun abgeschlossenen Verträge die Position ehrenamtlicher Initiativen.
  • Ein ungerechtfertiges Hausverbot gegen eine Bewohnerin und alleinerziehende Mutter dreier Kinder wurde auf unsere Intervention hin ausgesetzt.

Leider gibt es noch auch hier noch einiges zu tun:

  • Es bleibt unklar, wie Aufträge an Betreiberfirmen verteilt werden – dies geschieht ohne gesetzliche Ausschreibung. Und dies, obwohl in Berlin schon in der Vergangenheit Skandale aufgedeckt wurden, bei denen in Abwesenheit transparenter Verfahren korrupte Beamte privaten Betreiberfirmen Aufträge zuschanzten. Das Organisationsversagen des LAGeSo wird deshalb auch in den nächsten Sitzungen des Abgeordnetenhauses wieder auf der Tagesordnung stehen, der Präsident des Landesamtes steht bereits jetzt unter erheblichem Druck.
  • Zudem bleibt unklar, ob die jetzt wieder aufgenommenen Heimprüfungen ausreichend sind, und ob wirksame Druckmittel gegen Betreiber eingesetzt werden, die ihren Verpflichtungen auf dem Rücken der Flüchtlinge nicht nachkommen. Entsprechende Prüfprotokolle bleiben geheim. Ein vom Flüchtlingsrat geäußerter Verdacht, Betreiber würden Personal in Flüchtlingsheimen mehrfach einsetzen, was schnell zu falschen Abrechnungen führen kann, wurde nicht glaubwürdig widerlegt, Einsicht in entsprechende Kalkulationen wurde nicht gewährt.
  • Obwohl die Punkte aus unserem Offenen Brief von öffentlichen Stellen bestätigt wurden, beharrt die Betreiberfirma auf dem Hausverbot für unsere Initiative, und schadet damit direkt den Flüchtlingen, insbesondere den Flüchtlingen mit vielen Kindern, für die es schwer ist, unsere Räume außerhalb des Heimes zu besuchen. Ein vom Bezirk initiiertes Mediationsgespräch schlug fehl, da die Vertreter der Betreiberfirma überhaupt kein Mandat besaßen, das Hausverbot zurückzunehmen.
  • Unsere Initiative fordert zusammen mit dem Flüchtlingsrat und anderen Initiativen ein „effektives Beschwerdemanagement“ durch das Landesamt, um Konflikte mit Heimbetreibern rechtzeitig einzudämmen. Zudem plant die „Neue Nachbarschaft“ die Einrichtung eines eigenen Beschwerdesystems, um die zuständigen Stellen schneller und konzertierter auf Missstände aufmerksam machen zu können.

Auch weiterhin werden wir also die Flüchtlinge in der Levetzowstraße tatkräftig unterstützen, und uns auf politischer Ebene für eine menschenwürdigere Unterbringung und transparentere Verwaltung einsetzen.