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Neue Nachbarschaft fordert die Einhaltung von Mindeststandards im GIERSO-Heim Levetzowstraße

Am Samstag, dem 9.11.2013 organisierte die Initiative „Neue Nachbarschaft“ eine Demonstration für die Verbesserung der Bedingungen in der Unterkunft Levetzowstraße. Obwohl wir mit 30 Teilnehmern gerechnet hatten, versammelten sich ungefähr 50 Unterstützer mit zahlreichen bunten Plakaten, die konkrete Verbesserungen für die Bewohner des Heims einforderten. Unter dem Demonstrierenden befanden sich Mitglieder unserer Initiative, sowie Mitglieder befreundeter Initiativen, Nachbarn und Vertreter politischer Parteien.Es wurde unter anderen angemerkt, dass wir mit unserer Initiative viel früher die Öffentlichkeit hätten suchen müssen, um auf die Missstände hinzuweisen.

Eine abschließende Kundgebung vor dem Eingang des Asylbewerberheimes formulierte nochmals die zentralen Forderungen des offenen Briefes unter großem Beifall. Die Betreiber des Heimes waren unserer Einladung zur Teilnahme und Darstellung ihrer Position nicht gefolgt. Vielmehr ließen sie alle Eingänge des Heimes verschließen und postierten Security-Leute davor, welche die Demonstration filmten. Entgegen ihrer Ankündigung, nahmen keine Asylbewerber an der Demonstration teil. Sie hatten Angst. Nach ihrer Auskunft wurden sie von der Heimleitung massiv eingeschüchtert, sie könnten  fotografiert werden, und diese Bilder würden sich dann negativ auf ihr Asylverfahren in Deutschland auswirken.

Streik für eine menschenwürdige Unterbringung von Flüchtlingen in der Levetzowstraße (Moabit)

Am Samstag, dem 9.11., ruft die Freiwilligeninitiative „Neue Nachbarschaft“ zu einer Demonstration in der Levetzowstraße auf, die um 12:00 Uhr am Wikingerufer beginnt, und an der Ecke Jagowstraße endet. Pressevertreter sind eingeladen, Sie können uns über die Adresse neuenachbarschaft@gmail.com kontaktieren.

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Hintergrund

Die Freiwilligeninitiative „Neue Nachbarschaft“ zur Unterstützung der fast 300 Bewohner des Asylbewerberheims Levetzowstraße (Moabit) befindet sich ab Montag im Streik, von Seiten der privaten Betreiberfirma GIERSO GmbH wurde ein Kommunikationsverbot für die Heimleitung erlassen. Die Initiative fordert eine menschenwürdige Unterbringung von Flüchtlingen und die Einstellung von Schikanen gegenüber ehrenamtlichen Helfern.

Nachbarn und engagierten Helfer organisierten in den vergangenen Monaten ein lückenloses Betreuungsprogramm für die zahlreichen Kinder im Heim, sowie Sprachkurse, Sportkurse und Spendensammlungen. Als von der Initiative um die Beseitigung einiger grober Mängel im Heim gebeten wurde – so waren die Toiletten verschlossen, es existierten keine Gemeinschaftsräume, und es war für über 100 Kinder keine Kinderbetreuung vorhanden, wurde der Initiative die Arbeit im Heim unmöglich gemacht.

Zudem findet eine Überprüfung der Einhaltung von Mindeststandards, Verträgen und Personalschlüssel zwischen dem Land Berlin und privaten Heimbetreibern zur Zeit auf Grund von Personalmangel im Landesamt für Gesundheit und Soziales (LaGeSo) nicht statt, was zu einer „Wild-West-Situation“ im Markt für Notunterkünfte führt. Einer Situation, in der private Firmen sich auf Kosten von Flüchtlingen und Steuerzahlern bereichern können, während karitative Einrichtungen ausgebootet werden.

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